Wer im Marketing oder Vertrieb arbeitet, kennt es nur zu gut: Ständig neue Begriffe und Buzzwords, heiße Trends und Must-Haves… Das grundlegende Handwerkszeug bleibt dabei meist das gleiche. Nur gilt es, dieses um neue Tools und Entwicklungen geschickt und sinnvoll zu erweitern. Dieser Artikel greift drei Marketing-Methoden auf – Content, Big Data und Guerilla Marketing – und beleuchtet, welche Trends sich hier jeweils 2020 abzeichnen. Das alles knackig und informativ – vielleicht ist ja auch für Dich eine Inspiration dabei. Los geht’s!

No. 1 – Content Marketing 2020: Audience first!”

Content Marketing ist in aller Munde. Und das nicht erst seit gestern. Was gibt es also Neues 2020? Kurz gesagt: In Zukunft müssen wir noch konsequenter von der Zielgruppe aus denken. Stelle sie in den Mittelpunkt Deiner Content-Strategie. Und überlege, wie Dir neue Technologien dabei helfen können. Zum Beispiel ist die Nutzung von Daten eine sehr gute Möglichkeit, um Deinen Content auf die Zielgruppe maßzuschneidern. Oder auch, um spannende Geschichten zu erzählen. Stichwort Data Storytelling: Hier werden gezielt bereits erhobene Daten genutzt, um die Kunden besser zu verstehen und daraus Trends abzuleiten. In Folge geht es darum, die Inhalte ansprechend aufzubereiten. So schaffst Du potentielle Backlink-Quellen und wertest deine Werbebotschaften mit Zahlen und Fakten auf. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass User mit dem Content interagieren und die Inhalte teilen.

BEISPIEL: UBER

Der Fahrgemeinschaftsdienst hat aus seiner riesigen Datenmenge überraschende Zahlen und Fakten herausgepickt und diese in einer Imagekampagne verwendet. So gelang es Uber, eine Diskussion entstehen zu lassen, die über Uber hinaus generell gesellschaftliche Trends und Entwicklungen aufgreift. Ein Beispiel: Hättest Du gewusst, dass 24 % der Uber-Fahrer junge Unternehmer sind? Sie nutzen die App als zusätzliche, flexible Einnahmequelle, um das Budget für den Aufbau ihres Business aufzustocken.

Eine weitere Möglichkeit, um Deine Zielgruppe in den Vordergrund zu stellen: Binde sie aktiv ein und arbeite gezielt mit interaktivem Content. Lass Deine User etwa einen Test oder ein Quiz machen, indem sie einen virtuellen Fragebogen ausfüllen. Wichtig dabei: Es muss ein Mehrwert darin stecken, wie z. B. eine Entscheidungshilfe oder nützliches Wissen. Der Vorteil für Dich: Du erfährst durch die Antworten mehr über Deine Zielgruppe und kannst Deinen Content in Zukunft noch spezifischer auf die Bedürfnisse Deiner Zielgruppe abstimmen.

BEISPIEL: FRAGE-SESSION

Du bietest ein erklärungsbedürftiges Produkt an? Wie wäre es, wenn Du Deine potentiellen Kunden gezielt einbindest und dazu aufrufst, Fragen einzureichen? Diese sammelst Du und beantwortest sie dann in einem Blogbeitrag oder Video. Oder, noch besser: Du veranstaltest eine Live-Session z. B. auf Instagram und lädst deine User ein, direkt mit einzusteigen und ihre Fragen an Dich zu stellen. Wenn spannende Fragen und Antworten zusammengekommen sind, kannst Du das Video nachher als Content auf Deinem Blog oder Deinen Social Media-Kanälen verwenden.

BEISPIEL: TEST „WELCHER SALES-TYP BIST DU?“

Auch mein Sales-Typ-Test www.dernabicht.com/sales-typ ist ein Beispiel für interaktiven Content. Hier findest Du auf kurzweilige Art und Weise heraus, ob Du momentan eher zum Sales-Zombie oder zum Kundenheld neigst. Und erfährst nebenbei noch, was Du tun kannst, um den Kundenheld in Dir noch mehr zu trainieren… 😉

No. 2 – KI & Automatisierung gezielt nutzen

KI wird in vielen Bereichen unseres Lebens immer präsenter. Das gilt auch für das Marketing. Mit intelligenten Tools ist es möglich, das Nutzerverhalten zu tracken und umfassende Kundenprofile anzulegen. Das Zauberwort der Zukunft lautet: Predictive Profiling. Hierbei erstellt die KI detaillierte Nutzerprofile, die zum Beispiel Eigenschaften, Preisbewusstsein, Produktvorlieben und Verhaltensweisen von bestimmten Kundengruppen genau abbilden. Diese Gruppen können dann mit individuellen Inhalten angesprochen werden, die speziell auf sie abgestimmt sind. Die KI bestimmt diese Gruppen automatisch und wendet die passenden Inhalte in Kampagnen direkt an.

Einen Schritt weiter geht Natural Language Processing: Hier erfasst die KI natürliche Sprache und erstellt auf dieser Basis bestimmte Algorithmen. Dafür kommen Methoden aus der Sprachwissenschaft und Informatik zum Einsatz. Das Ergebnis: Ein Programm, das im Marketing die optimalen Formulierungen für bestimmte Kundengruppen vorschlägt. Diese haben eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit, das Kaufverhalten positiv zu beeinflussen, da sie vorher festgestellte Lese- oder Konsumgewohnheiten berücksichtigen.

BEISPIEL: E-MAIL-MARKETING

Ein Onlineshop, der vegane Fitness-Ernährungsprodukte anbietet, kann mittels KI z. B. das Nutzerverhalten der Kunden im Shop tracken lassen. Es entstehen detaillierte Nutzerprofile. Die KI kann neue Kunden automatisch diesen Nutzerprofilen zuordnen. Zum Teil gibt es auch E-Mail-Verkehr oder Kommunikation über Social Media, mithilfe dessen die KI die natürliche Sprache der Kunden erfasst hat. Für eine E-Mail-Marketing-Kampagne lässt sich der Onlineshop-Betreiber nun von der KI bestimmte Kundenkohorten vorschlagen, die er jeweils zielgerichtet mit einer bestimmten Botschaft und bestimmten Angeboten anspricht.

No. 3: Guerilla Marketing im digitalen Zeitalter

Für Guerilla Marketing gilt definitiv: „Oldie but Goldie“! Das Prinzip, mit überraschenden und ungewöhnlichen Werbemethoden trotz eines geringen Werbebudgets maximale Aufmerksamkeit zu erzielen, gibt es zwar schon länger. Aber gerade heutzutage, wo sich vieles nur noch in der digitalen Welt abspielt, kann es ein großer Gewinn für das Marketing sein. Zum Beispiel, indem man als Onlinedienstleister bewusst auf die Straße geht. Mit einem Bauchladen Produkte anbietet. Etwas verschenkt. Einfach anders ist. Wer es schafft, sich eine ungewöhnliche Aktion auszudenken, hat die Chance, dass sich diese dann viral im Internet verbreitet. „Guerilla goes digital“ also. Hier zwei originelle Beispiele, die zeigen, wie wunderbar Guerilla Marketing in die heutige Zeit passt.

BEISPIEL: FASHION-GUERILLA MARKETING

In der Mode und im Beauty-Bereich nutzen Luxusmarken AR-Filter bei Instagram, um potentiellen Nutzern virtuell das Gefühl zu vermitteln, wie es ist, das neue Produkt zu benutzen. Gerade in Zeiten von Corona, wenn Produktpräsentationen nicht als klassisches Event stattfinden können, sind Guerilla-Methoden in den sozialen Medien eine gute Alternative. So hat Gucci Beauty zum Beispiel mit einem AR-Filter Nutzerinnen die Möglichkeit gegeben, den neuen Mascara direkt an sich auszuprobieren. Wurde der Filter in Stories genutzt, hat er direkt eine große Zielgruppe erreicht. Und sich so mit geringem Aufwand weit verbreitet.

Mehr dazu hier:  https://www.voguebusiness.com/companies/the-new-rules-of-guerrilla-marketing-in-fashion

BEISPIEL: COCA COLA BEIM COPA AMERICA

Dieses Video ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich beim Guerilla Marketing die virtuelle und die reale Welt miteinander verbinden lassen. Dafür waren nur wenige Zutaten nötig: Eine Horde begeisterter Fußball-Fans, Twitter, ein Drucker und ein paar Konfetti-Kanonen… Aber schau selbst: https://youtu.be/Cw8ScVYQ0PQ 

Eines ist sicher: Auch 2020 wird ein spannendes Jahr im Marketing. Ganz egal, worauf Du Deinen Schwerpunkt legen wirst – Content, Big Data, Guerilla Marketing oder etwas ganz anderes – stelle Deinen Kunden mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Denk daran: Keep calm and be a Kundenheld! 😊

Quellen

Levinson, Jay Conrad (2018). Guerilla Marketing des 21. Jahrhunderts. Campus Verlag.

Inspirierende Grüße

Andreas #derNabicht